Aufgrund der Bezüge zu Ps 72,10 EU und Jes 60 EU, wo Könige die Geschenke bringen, wurden die Weisen in christlichen Legenden bald ebenfalls als Könige gedeutet. Während sie die Legenda Aurea als Sterndeuter, Philosophen und Magier sieht, sagt bereits Tertullian Anfang des 3. Jahrhunderts von ihnen, sie seien fast wie Könige aufgetreten.
Die Zahl der Weisen schwankt in den ersten christlichen Jahrhunderten. Origenes (185-254) nennt als erster die Dreizahl der Magier. Auf Wandgemälden der S.-Domitilla-Katakombe sind vier statt der üblichen drei Könige dargestellt, in einer anderen Katakombe sind (wohl aus symmetrischen Gründen) nur zwei Könige mit phrygischen Mützen abgebildet. In einem ehemaligen Mosaik aus dem 6. Jahrhundert in der Geburtsbasilika in Betlehem sind sie mit persischen oder syrischen Kopfbedeckungen dargestellt. Diese Basilika wurde, im Gegensatz zu anderen Kirchen, von den Persern 614 nicht zerstört, vermutlich, weil sie auf dem Mosaik Landsleute erkannten. Die sich schließlich durchsetzende Dreizahl basiert auf den drei Geschenken (Gold, Weihrauch, Myrrhe).
Als Namen kommen in der lateinischen Tradition ab dem Anfang des 6. Jahrhunderts Variationen von
- Caspar
- Melchior
- Balthasar
vor. Dagegen heißen sie
- bei den Syrern: Larvandad - Hormisdas - Gushnasaph
- bei den Armeniern: Kagba und Badadilma
- bei den Äthiopiern: Tanisuram, Mika, Sisisba und Awnison, Libtar, Kasäd.
In der Kunst werden sie oft auch als Jüngling, erwachsener Mann und Greis dargestellt. So schreibt schon ca. 730 Beda Venerabilis (oder sein Nachfolger) nach einer uralten griechischen Vorlage: der erste soll Melchior gewesen sein, ein Greis mit weißem Barte, der zweite Caspar, ein bartloser Jüngling, der dritte Balthasar, mit dunklem Vollbart (Tertius, fuscus, integre barbatus, Balthasar nomine). Dabei bezieht sich das lateinische Wort fuscus („dunkel, schwärzlich“) eindeutig auf den Bart und nicht auf die Hautfarbe, wie noch heute oft behauptet wird. Beda schreibt weiter: „Aber alle deren Kleider sind wie die der Syrer (Omnia autem vestimenta eorum Syriaca sunt)“. Die Zahl drei steht hier vermutlich auch für die drei Alter des Menschen.
Im 14. Jahrhundert glaubte man im christlichen Abendland, die Welt bestehe aus drei Kontinenten, nämlich Europa, Asien und Afrika. Daher verbreitete sich die Anschauung, die drei Könige symbolisierten die drei Kontinente. Da man Afrika zu dieser Zeit in der Regel mit dem von den Griechen als schwarzes Land bezeichneten Nordostafrika identifizierte, wurde der Vertreter Afrikas in der künstlerischen Darstellung zum Mohren. Dabei wird meistens der jüngste König Caspar auch als dieser Mohr bezeichnet. Doch finden sich bereits in anderen frühen Quellen Melchior und mitunter auch Balthasar als die Vertreter Afrikas. Diese Uneinheitlichkeit findet sich auch noch in neueren Traditionen und literarischen Darstellungen.
Von den Anfangsbuchstaben ihrer Namen leitete man Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts die Wörter „Christus mansionem benedicat“ (wortwörtlich übersetzt: Christus diese Wohnung segne) als christlichen Segensspruch ab, den die Sternsinger heutzutage neben die Haustüren schreiben.
Ursprung und Geschichte der Reliquien der Heiligen Drei Könige sind bis ins 12. Jahrhundert nur in legendarischer Form überliefert. Danach soll die Heilige Helena, die Mutter des Kaisers Konstantin I., auf einer Pilgerfahrt in Palästina um das Jahr 326 die Reliquien gefunden und mit sich genommen haben. Nach einer Legende aus dem 12. Jahrhundert soll Bischof Eustorgius von Mailand († um 350) einige Jahre später die Reliquien als Geschenk des Kaisers erhalten und persönlich nach seinem Bischofssitz Mailand überführt haben.
In der diesem Bischof geweihten St. Eustorgius-Kirche in Mailand lassen sich die Reliquien der Heiligen Drei Könige erstmals geschichtlich nachweisen.
1158 wurden sie angesichts der ersten Belagerung Mailands durch Friedrich Barbarossa von der außerhalb der Stadtmauern gelegenen Eustorgius-Kirche in den Glockenturm der in der Stadt befindlichen Kirche St. Georg geschafft.
Nach der Belagerung Mailands erhielt der damalige Kölner Erzbischof Rainald von Dassel die Gebeine 1164 als Geschenk von Kaiser Barbarossa. In dem Geschenk des Kaisers drückte sich auch eine politische Absicht aus. Die Gebeine der sozusagen „ersten christlichen Könige“ sollten dem Reich Barbarossas eine sakrale Rechtfertigung ohne Abhängigkeit vom Papst verleihen. Am 23. Juli 1164 gelangten die Reliquien nach Köln, wo sie bis heute im Kölner Dom verehrt werden.